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Radio 21 erlebt “Shitstorm” nach Verkündung eines Landtag-Beschlusses

Zuletzt aktualisiert am 24. Juni 2019 um 22:36

Damit hat das niedersächsische “Radio 21” sicher nicht gerechnet: In der Morgensendung berichtet man stolz vom Beschluss des Landtages, beim „Radio der Zukunft“ auf eine Verbreitung per Internet und nicht auf das Digitalradio DAB+ zu setzen. Die klassische UKW-Übertragung soll nach dem Willen der Niedersachsen beibehalten und die Förderung von DAB+ durch die Rundfunkbeiträge eingestellt werden.

Niedersachsen gehört neben Mecklenburg-Vorpommern zu den zwei letzten Bundesländern, bei denen DAB+ Kapazitäten für private landesweite und lokale Rundfunkveranstalter weder vergeben noch geplant sind. Rundfunkexperten sehen darin eine Besitzstandswahrung. Während UKW-Frequenzen knapp sind und neue Veranstalter keine Chance auf einen Markteintritt haben, würden bei DAB+ auf einen Schlag ein dutzend weiterer Programme zu empfangen sein.

Facebook-Kommentatoren durchschauen den Plan

UKW als Zukunft des Radios? Das war auch den Hörern von Radio 21 zu viel. Unzählige negative Bewertungen erreichen bis spät in den Abend die Facebook-Seite des Senders.

Ein Facebook-Nutzer fordert den Sender auf, endlich auf DAB+ aufzuschalten und den Unwahrheiten einer Lobby-FDP nicht mehr zu glauben. Als Radio 21 Moderator Marius Hühne nach den Vorteilen von DAB+ gegenüber dem Internet fragt, legt der Nutzer los: „Radio ist eine mobile Angelegenheit. Dann fahr mal in die ländlichen Gegenden, wo bis heute noch nicht mal 3G richtig klappt, von 4G LTE ganz zu schweigen. Mit DAB+ kann ich von der Nordsee bis nach Süddeutschland auch in ländlichen Gegenden fahren (im Fall NDS wäre es bis hinter Kassel). Der grösste Vorteil ist ja wohl, dass mich DAB+ nichts zusätzlich kostet.“ Hühne gehen daraufhin die Argumente aus – er bittet um Beendigung der Diskussion.

Ein weiterer Nutzer verweist auf die Europäische Union, die mit ihrer Digitalradio-Pflicht in Autos DAB+ als europäischen Rundfunkstandard festgelegt haben und fragt sich, ob Radio 21 gegen diesen Fortschritt ist. Er vermutet, dass die FDP der verlängerte Arm von Lobbyisten sei. Radio 21 versucht zu kontern, der Beschluss des Landtags sei einstimmig beschlossen. Weitere Nutzer merken genervt an, DAB+ sei um längen besser und im Autoradio wird auf UKW nicht mehr umgeschaltet.

Hörer weichen auf Radio 21 Alternative über DAB+ aus

So sehen es die weiteren Kommentatoren auch, Radio 21 ist über sein schwaches UKW-Netz in Niedersachsen nicht vernünftig zu empfangen. Man weiche lieber auf bundesweite DAB+ Programme wie Radio BOB! aus, die ein ähnliches Rock-Pop-Format wie Radio 21 ausstrahlen und rauschfrei, ohne Verbrauch von Datenvolumen zu empfangen sind.

Ein weiterer Kommentator, selbst Diplomingenieur, zählt die vielen weiteren Vorteile auf, die DAB+ bietet: „Die Tonqualität (von UKW) ist gegenüber DAB+ einfach beschränkt. Gut ausgebaute DAB+ Netze bieten viele Vorteile wie rauschfreier Empfang, eine Frequenz, statt mehrere Verrauschte. Zusatzdaten, u. a. erweiterte Infos für Navigationssysteme und und und“.

Radio 21 löscht negative Beiträge auf Facebook und stellt Bewertungssystem ab

Im Laufe des Samstags wurden alle negativen Beiträge auf Facebook kommentarlos gelöscht. Das Bewertungssystem wurde sogar komplett eingestellt. Verschwunden ist damit nicht nur die Kritik, sondern auch zahlreiche positive Bewertungen zum Musikprogramm des Senders. Offenbar hat Radio 21 wenig Interesse, sich mit der Kritik auf ihren Beitrag zum vermeintlichen Aus von DAB+ auseinanderzusetzen.

Auch bei Google Maps haben Hörer kommentiert. Diese sind derzeit noch sichtbar.

Private DAB+ Programme bis 2035 in Niedersachsen auf Sendung

Auch wenn sich die Hörer von DAB+ über die ablehnende Haltung der Rundfunkveranstalter in Niedersachsen ärgern – Sorgen machen müssen sich die Käufer von DAB+ Radios nicht. Am 6. Juni 2019 hatte die Ministerpräsidentenkonferenz beschlossen, dass der erste bundesweite Multiplex bis zum 31.12.2035 auf Sendung bleiben darf. Neben den privaten Programmen von Absolut relax, ENERGY, ERF Plus, Klassik Radio, Radio BOB!, Radio Horeb, SCHLAGERPARADIES, Schwarzwaldradio und sunshine live werden auch die Programme von Deutschlandradio, Deutschlandfunk, Deutschlandfunk Kultur, Deutschlandfunk Nova und Dokumente und Debatten verbreitet. Das Ensemble ist neben den Multiplexen des NDR auch in Niedersachsen zu empfangen. Der Status Quo bleibt in Niedersachsen zumindest für die nächste Zeit erhalten.


Kommentare

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Ralf Schulze

Ich hoffe, das auch “meine” Landesregierung endlich mal die Wahrheit akzeptieren kann. an DAB plus geht kein Weg vorbei.

Julia

Guter Mann, lassen Sie sich sagen, das mag Ihre Einzelmeinung sein, aber die Wirklichkeit und Realität sieht in unserem Land so aus: Die Menschen in der BRD und im Polizeistaat äh Freistaat Bayern haben kein Verständnis für die (auch nicht kommende) UKW Abschaltung und bleiben zu recht bei UKW. 300-400 Mio Radiogeräte sollen zu Elektroschrott werden? Niemals. Immer mehr Menschen boykottieren DAB Radio. Was viele Radiomacher nicht kapieren (wollen), aber ich helfe euch: UKW-Radio ist für immer mehr Bürger heute mehr denn je eine willkommene Erinnerung an die gute alte Zeit, also an früher, eine Insel im schrecklichen modernen digitalen… Weiterlesen »

Alders, Heribert

Tolle Reaktionen. Bislang wurde DAB+ totgeschwiegen oder kaputt getreten, weil die Sender Konkurrenz bekommen.
Hierzu hat man versucht, sich der Hilfe der Lobbyisten und letztendlich auch der Hilfe der Politik zu bedienen, um DAB+ zu verhindern.
Feige nenne ich so etwas und mit Blick auf die FDP sage ich. Mit Demokratie hat das nichts zu tun.
Bleibt zu hoffen, dass durch diesen Knall in Niedersachsen die Menschen aufgewacht sind, sich DAB+ – Geräte kaufen und DAB+ nutzen. Aber auch die Technik muss verbessert werden. 0,5 KW Sendeleistung ist einfach zu wenig, 10 – 20 KW sollten es schon sein.

Gegen Zensur

Tja, Radio 21 praktiziert aktiv Zensur, denn inzwischen wurden alle negativen Kommentare und Bewertungen von der Facebook Seite gelöscht. Es darf eben nur gejubelt werden, Kritik ist nicht erwünscht. Es gibt aber Gott sei Dank noch andere Wege Kritik an Radio 21 und der Niedersächsischen Medienpolitik zu äußern.

Julia

Stop DAB+
Wir bleiben bei UKW!

Ich laß mir von niemand vorschreiben, wie lange ich meine teuer gekauften UKW Radiogeräte benutze.

Umfragen bestätigen: Wenn UKW abgeschaltet wird (was nicht passiert), dann wars das für mich mit Radio.
Stoppt die “Regierung”, die uns UKW wegnehmen will
Wählt Piraten oder FDP!

Studien zeigen: 90 % sagen: Ich werde niemals ein überteuertes nutzloses DAB Drecksradio kaufen
Experten warnen: DAB klingt schlechter, UKW klingt hervorragend.
Ich brauche keine Sender, die alle das gleiche spielen.
Ich will Schlager und Nachrichten, das kriege ich alles auf UKW.
Ich werde mir kein DAB Radio kaufen! Niemals

Freiheit statt Zwang und Bevormundung
DAB+ stoppen!
UKW ist gut und bleibt für immer

Anton

Welchen Schlagersender gibt es denn noch groß auf UKW? Gerade für Schlagerfreunde ist doch DAB+ ein Segen…

Julia

Radio Salzburg vom ORF sendet bis weit nach München rein und zwar, wie es vollkommen richtig ist, auf UKW. Tolle Musik, echte Moderation, gute Nachrichten (bis auf die rechtsversiffte Regierung in Wien, München und Berlin) und sehr guter, glasklarer Empfang auf UKW 94,8 MHz. Ich kenne niemand in München, der sich diese blöden Digitalprogramme des BR aus Franken anhört oder ein dämliches teures Digitalradio kauft, das in ein paar Jahren Schrott ist. Niemand in Oberbayern hört Studio Franken und “BayernPlus”. Radio Salzburg (z.B. Pirnis Plattenkiste am Sonntag) hat in München ca. 150.000 bis 200.000 Hörer, weil alle vernünftigen Leute (außer… Weiterlesen »

Thomas Bröcker

Es ist n Frage der Zeit bis die Blockadehaltung auch in Niedersachsen durchbrochen wird wie derzeit in NRW. Es geht um viel Geld aus einem Werbekuchen den MAN ungern Teilen möchte mit neuen Wettbewerbern am Radiomarkt. Der Hörer will mehr Auswahl in Höherer Qualität, der Verweis auf 5G ist nur derzeit Aktuell um DAB in Nieüdersachsen aus zu bremsen. Man wird auch gegen 5G Wettern wenn dieser Standard kommt, und es bezahlbare Monatsabos für 5G gibt. Sowohl den Radioveranstaltern in der Landespolitik ist als auch den Verantwortlichen in der Landespolitik ist schon bewusst das Spätestens mit 5G Schluss ist mit… Weiterlesen »