Zweiter privater DAB+ Multiplex in Hamburg geplant

Der private DAB+ Multiplex “Hamburg K11C” ist mit 16 Radioprogrammen gut gefüllt. Da offenbar weitere Hörfunkveranstalter Interesse an einer DAB+ Verbreitung im Großraum Hamburg gezeigt haben, erwägt die zuständige Medienanstalt einen zweiten DAB+ Multiplex zu lancieren.

Im Rahmen der IFA in Berlin fand auch in diesem Jahr wieder der Digitalradiotag statt. In dem Panel “Der moderne Dreikampf des Hörfunks: UKW, DAB+ und 5G” äußerte Thomas Fuchs, Direktor der Medienanstalt Hamburg/Schleswig-Holstein, dass das Interesse an DAB+ Kapazitäten in Hamburg ungebrochen sei. Infolgedessen plant man die Ausschreibung eines weiteren Multiplexes.

Wir haben bei der Medienanstalt nachgefragt, wie vorangeschritten die Pläne für einen zweiten DAB+ Multiplex sind. Dazu teilt uns die Pressesprecherin der Anstalt, Simone Bielfeld, folgendes mit:

“Angesichts des Interesses zahlreicher privater Hörfunkveranstalter an einer DAB+ Verbreitung im Ballungsraum Hamburg erwägt die Medienanstalt Hamburg/Schleswig-Holstein (MA HSH) die Ausschreibung eines zweiten privaten DAB+ Multiplexes in der ersten Hälfte 2020.”

Zahl der Haushalte mit DAB+ Empfängern nimmt deutlich zu

Das Interesse der Hörfunkveranstalter, in dem Ballungsgebiet über DAB+ zu senden, kommt nicht von ungefähr. So ist die Anzahl der Haushalte mit DAB+ Radiogeräten im Jahr 2019 auf über 9 Millionen gestiegen. Zum Vergleich: Im Jahr 2013 hatten gerade mal 1,8 Millionen Haushalte einen digital-terrestrischen Empfänger. Der überproportionale Zuwachs zeigt: DAB+ hat es aus dem Nischendasein geschafft.

Auch die Anzahl der Autoradios mit DAB+ Empfang hat deutlich zugelegt: Von 4,41 Mio. in 2018 auf 6,6 Mio. in 2019. Ein wichtiger Schub wird die Eu-weite Einführung der Digitalradio-Pflicht für Neuwagen ab 2021 bringen. Mit der geplanten “Interoperabilitätsverpflichtung” sind die Autobauer per Gesetz dazu verpflichtet, den DAB+ Empfang in Autoradios ohne Aufpreis anzubieten.

2 Kommentare

  1. Klingt alles rein theoretisch wunderbar. Man muss aber aufhören in so grossen Ballungsräumen mit Empfangsleistumg zu geizen. Eine Sendeleistung von 20kw sollte Standard sein. Ist immer noch super günstig gegenüber UKW wo jeder einzelne Hauptsendestation mit 100 kw betrieben wird!

  2. Momentan ist hier im Norden noch viel zu tun, es gibt Lücken ohne Ende. Zudem ist der NDR so dreist, in verschiedenen Gegenden auf verschiedenen Kanälen seine Programme zu verbreiten und nimmt so unnötig Kapazitäten in Anspruch, zudem wird der Vorteil von DAB+ einen besseren Empfang zu ermöglichen, weil von mehreren Standorten auf derselben Frequenz gesendet wird, nicht genutzt, Aussetzer, vor allem bei der Fahrt im Auto sind die Regel. Beim 2. Bundesmux macht man den gleichen Blödsinn, bei ersten ist es gut, es ist immer Kanal 5C. Schuld ist hier im Norden die Landesmedienanstalt für Hamburg und Schleswig-Holstein, die die Frequenzen vergibt. Wie auch bei DVB-T2 erlaubt sie den privaten Anbietern, Rosinenpickerei zu betreiben, nur in den Ballungszentren zu senden, die Westküste und der äußerste Norden werden mit einem Grundangebot abgespeist. Nicht einmal die offenen Kanäle, wie der OK-Westküste, sind über DAB+ zu empfangen. Diese Anstalt macht eine sehr, sehr schlechte Arbeit. Dabei sollen doch überall gleichwertige Lebensverhältnisse sein. Aber die Westküste bekommt weniger Sender, die Bahn wird nicht elektrifiziert, Müll will man dort bevorzugt abladen, der Friedrichskooger Hafen wurde aufgegeben.

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