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Sechs Bewerber für UKW-Stützfrequenzen in Hessen

Auf die in Frankfurt, Friedberg und Darmstadt ausgeschriebenen UKW-Frequenzen haben sich sechs Hörfunkveranstalter beworben. Dies teilte die Hessische Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (LPR Hessen) heute in einer Pressemitteilung mit.

Einige der Bewerber sind in der Gegend bereits über Digital Audio Broadcasting (DAB+) zu empfangen:

Unter den Anwärtern befindet sich die lulu Media GmbH, deren Programm „lulu.fm“ bislang ausschließlich digital-terrestrisch zu empfangen ist und auch im Rhein-Main-Gebiet über den DAB+ Kanal 11C („DR Hessen“) verbreitet wird. Das an die Gay-Community gerichtete Programm wirbt aktiv für das Digitalradio und bringt in Kürze sogar ein DAB+ Radio mit eingebauter „lulu.fm“-Taste in den Handel.

Ein weiterer Bewerber ist die ROCK ANTENNE GmbH & Co. KG, die mit ihrem Programm „ROCK ANTENNE“ in der jüngsten Funkanalyse Bayern (FAB 2017) ein weiteres Mal als Gewinner hervorging: Dem Programm wurde eine Zuwachs von 73 % an Tagesreichweite in Bayern bescheinigt. Nun baut der Veranstalter seine technische Reichweite aus: Dank der DAB+ Netzumstellung in Franken kann ROCK ANTENNE nun auch im Rhein-Main-Gebiet besser über DAB+ empfangen werden. Mit der bevorstehenden DAB+ Aufschaltung in Baden-Württemberg erreicht ROCK ANTENNE dann auch Hörer aus dem benachbarten Bundesland.

Für die UKW-Frequenzen hat sich außerdem die Radio TEDDY GmbH & Co. KG beworben. Deren Programm „Radio Teddy“ wird ebenfalls im DAB+ Kanal 11C verbreitet. Das Kinderradio kann in Hessen bereits in den Städten Kassel, Fulda, Bad Hersfeld und Rotenburg an der Fulda über UKW empfangen werden.

Freude dürfte bei einigen Hörerinnen und Hörern aufkommen, sollte der Zuschlag an den Bewerber RNO Rhein-Neckar-Odenwald-Radio GmbH & Co. KG mit dem Programm „sunshine live“ gehen. Das Programm konnte bis Juli 2016 im Rhein-Main-Gebiet auf den UKW-Frequenzen 102,1 und 106,1 empfangen werden. Die UKW-Abschaltung im Rhein-Neckar-Raum wurde seinerzeit damit begründet, fortan auf die digitale Verbreitung zu setzen. sunshine live ist deutschlandweit über DAB+ zu empfangen.

Eine neue Musikfarbe könnte mit dem Programm “egoFM” Einzug ins Rhein-Main-Gebiet halten, sollte der Veranstalter RADIO NEXT GENERATION GmbH & Co. KG den Zuschlag bekommen. Das in München produzierte Programm richtet sich mit Musik abseits des Mainstreams an eine junge Zielgruppe. In Darmstadt kann das Programm unter guten Bedingungen über den DAB+ Multiplex “DR Baden-Württemberg” empfangen werden.

Auf die begehrten Frequenzen hat sich außerdem der Hörfunkveranstalter Metropol FM GmbH & Co. KG mit dem Programm „Metropol FM“ beworben. Das Programm besteht aus türkischsprachiger Musik, Wortbeiträgen sowie Nachrichten in türkischer und deutscher Sprache. Metropol FM ist nicht über DAB+ zu empfangen.

Im Ergebnis zeigt sich, dass drei der sechs Bewerber bereits im Digitalradio DAB+ in der für die UKW-Frequenzen ausgeschriebenen Region zu empfangen sind.

Ist dies ein Rückschlag für DAB+?

Nein, das Gegenteil ist der Fall: Die ausgeschriebenen Frequenzen in Frankfurt-Raimundstr. (97,1 MHz) und Friedberg (89,9 MHz) sollen zusammen an einen Veranstalter vergeben werden, da sie eine zusammenhängende Fläche versorgt. Zwar werden technisch rund 600.000 Einwohner erreicht; allerdings handelt es sich um leistungsschwache Frequenzen mit Sendeleistungen von nur 0,2 kW bzw. 0,32 kW. Mancherorts dürfte es selbst in Frankfurt Schwierigkeiten geben, die Frequenz rauschfrei zu empfangen.

Die Frequenzen wurden frei, nachdem das Deutschlandradio die ehemals von AFN genutzte reichweichweitenstarke Frequenz auf dem Feldberg im Taunus übernommen hatte. harmony.fm hatte kurz darauf die schwächere Frequenz 97,1 MHz abgegeben und gegen eine stärkere Frequenz getauscht. Die Frequenz in Darmstadt-Weiterstadt (102,0 MHz) erreicht mit einer Sendeleistung von 0,4 kW technisch maximal 200.000 Einwohner.

Zum Vergleich: Das hessische Digitalradio-Ensemble, in dem Radio Teddy und lulu.fm bereits senden, erreicht technisch über 4,6 Millionen Hörer. Bislang setzen die Veranstalter trotzdem auf den UKW-Verbreitungsweg, weil die DAB+ Empfänger noch nicht in annähernd vergleichbaren Maßstäben in den Haushalten der Hörer stehen.

Sollte einer der bereits über DAB+ empfangbaren Bewerber den Zuschlag für die UKW-Frequenzen erhalten, könnten deren schwache Sendeleistungen dazu führen, dass der ein oder andere Hörer auf DAB+ umsteigt, wenn er Gefallen an dem Programm gefunden hat und dies auch mobil empfangen möchte.

Die LPR Hessen kündigte an, über die Anträge im Spätsommer zu beraten und stellt eine abschließende Vergabeentscheidung für Herbst 2017 in Aussicht.

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