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Saarländischer Rundfunk prüft Reduzierung von UKW-Frequenzen

Zuletzt aktualisiert am 8. Juni 2017 um 7:39

Während die UKW-Abschaltung in einigen europäischen Ländern wie Norwegen, Italien und der Schweiz bereits im Gange ist oder in greifbare Nähe rückt, schien dieses Thema in Deutschland bislang Tabu.

Sowohl Geschäftsführer privater Radiosender, als auch Werbevermarkter stellten bislang in Frage, ob UKW überhaupt von DAB+ ersetzt werden kann. Zuletzt hatte Florian Ruckert aus der Geschäftsführung des Radiovermarkters RMS gegenüber dem Branchenportal Meinungsbarometer Info geäußert, dass nach seiner Meinung „UKW auf lange Sicht der mit Abstand wichtigste Verbreitungsweg bleibt.“

Doch das bereits im Februar dieses Jahres angekündigte Vorhaben der Media Broadcast, ihr UKW-Netz zu verkaufen und den Schwerpunkt auf das Wachstumsfeld DAB+ zu legen, wirkte wie ein Paukenschlag in der Branche.

Mit einer am Dienstag veröffentlichen Pressemitteilung des Saarländischer Rundfunks (SR) kommen weitere Zweifel auf, ob die teure UKW-Ausstrahlung auf lange Sicht überlebt. Die öffentlich-rechtliche Anstalt sieht sich zu Sparmaßnahmen gezwungen und hat nun Pläne offengelegt, wie man sich im digitalen Zeitalter optimal positionieren kann. In einem Zehn-Punkte-Plan heißt es: „Eine Reduzierung der UKW-Senderstandorte im Saarland wird geprüft.“ Außerdem kündigte der SR an, bis 2020 das DAB+ -Netz noch weiter auszubauen, damit das Digitalradio dann überall im Saarland empfangen werden kann.

Erzwungener Umstieg könnte Kosten sparen

Auf den Medientagen in Mitteldeutschland sprach sich Georg Plattner, Direktor der Rundfunkanstalt Südtirol RAS für einen erzwungenen Umstieg auf das Digitalradio DAB+ aus. Wie teuer die Aufrechterhaltung von UKW ist, machte Plattner in einer Beispielrechnung deutlich: „Mit dem Geld, was man in fünf Jahren für den UKW-Betrieb ausgibt, könnte man jeder Familie ein DAB+-Radio kaufen. Schade, dass man in Deutschland nicht den Mumm für die Abschaltung hat.

Auch wenn die flächenweite UKW-Abschaltung in Deutschland noch immer kein Thema ist, zeigt die Bereitschaft des SR, in DAB+ zu investieren und auf UKW zu verzichten, welcher Übertragungsweg beim Radio zukünftig Priorität hat.

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