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Radio RheinWelle 92,5 auf DAB+ gestartet

Zuletzt aktualisiert am 8. Juni 2017 um 19:39

Radio RheinWelle DAB+

Radio RheinWelle+ sendet ab sofort im hessischen Kanal 11C.

Pünktlich zum Jahreswechsel 2017 nahm das nichtkommerzielle Lokalradio (NKL) für Wiesbaden, Mainz und Umgebung „Radio RheinWelle 92,5 MHz“ erstmalig seinen Sendeplatz im DR-Hessen-Ensemble ein. Es löste damit das ebenfalls nicht kommerzielle Radio Rüsselsheim ab. Radio RheinWelle 92,5 MHz wird bis zum 31.03.2017 über DAB+ zu empfangen sein.

Ausgestrahlt wird das Ensemble im Kanal 11C  von den Senderstandorten Mainz-Kastell mit 5 kW, Großer Feldberg im Taunus mit 4,5 kW und dem Frankfurter Fernmeldeturm mit 5 kW. Damit werden die Großstädte Frankfurt, Wiesbaden, Mainz und Darmstadt versorgt. Das Signal reicht bis nach Gießen im Norden, Aschaffenburg im Osten, Worms im Süden und Bingen im Westen.

Kapazitäten werden von der LPR Hessen angemietet

In einem deutschlandweit einmaligen Pilotprojekt mietet die LPR Hessen Kapazitäten im hessischen Digitalradio-Ensemble an. Es stehen 108 Capacity Units (CU) zur Verfügung. Diese teilen sich neben Radio RheinWelle und Radio Rüsselsheim in einem vierteljährlichen Wechsel auch das Frankfurter Radio X und Radio Darmstadt in einem halbjährlichen Turnus. Die Sendeplätze bieten den Radiosendern die Chance, ihre Verbreitung auf das gesamte Rhein-Main-Gebiet auszuweiten. Technisch werden dadurch über 4,6 Millionen Hörer erreicht.

Die Kanalteilung ist notwendig, um die Programme mit einer Bitrate von 72 kbit/s im Fehlerschutz PL-3A ausstrahlen zu können. Dadurch entsteht jedoch die ungünstige Situation, dass Digitalradio-Empfänger nach dem turnusmäßigen Kanalwechsel den Sendernamen des aktuell nicht mehr ausgestrahlten Programms weiterhin in der Senderliste behalten – ohne, dass ein Audiostream übertragen wird.

Bei Hörern, die nicht über den Wechsel der nichtkommerziellen Radiosender informiert sind, könnte so der Eindruck entstehen, DAB+ sei ein unzuverlässiger Ausstrahlungsweg. Letztlich wechselt der Hörer zurück auf die unterbrechungsfreie Verbreitung auf UKW und nimmt die schlechteren Rahmenbedingungen des veralteten Hörfunkstandards in Kauf.

Rundfunk-Experte: Kanalteilung auf DAB+ technisch nicht erforderlich

Dabei ließe sich das Dilemma einfach lösen, wie Michael Fuhr, Redakteur der Fachseite teltarif.de Onlineverlag GmbH vorrechnet: „Radio Rheinwelle und Radio Rüsselsheim könnten die CUs so aufteilen, dass beide dauerhaft auf DAB+ hörbar sind. Dabei erfolgt weiter ein Quartals-Wechsel, allerdings bei der Datenrate. Geht man generell von einem etwas schlechteren Fehlerschutz (PL4A) aus, könnte man ein Programm mit 32 CU (entspricht 64 kbit/s) und das andere mit 20 CU (entspricht 40 kbit/s) verbreiten. Ein Programm hat dann ein Vierteljahr lang eine etwas schlechtere, und das andere eine etwas bessere Bitrate, und nach einem Vierteljahr wird gewechselt. Eine solche idee halte ich immer noch besser als diesen vollständigen Programmwechsel auf dem gleichen Kanal.“.

Dass selbst eine Bitrate von 40 kbit/s ausreichend ist, um ein Digitalradio-Programm erfolgreich zu verbreiten, zeigt das Digitalradioprogramm “Coles Radio”. Es ist das aktuell erfolgreichste DAB+ Programm in Australien und erreicht nach den letzten Zahlen der GfK (04/2016) über 153.000 Hörer.

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