Neue Studie bestätigt: NRW soll auch auf DAB+ setzen

Die Digitalisierung des Rundfunks bietet enorme Chancen für die Weiterentwicklung der eigenen Radio-Marke. Mit DAB+ können Programmanbieter ihr UKW- Geschäftsmodell evolutionär auf die digitale Terrestrik übertragen und dank der vielen Vorteile weiterentwickeln: DAB+ ist langfristig wirtschaftlich, anonym nutzbar und robust in der Verbreitung. DAB+ macht Schluss mit der Frequenzknappheit und erweitert die Möglichkeiten, die eigene Radio-Marke mit zusätzlichen Zielgruppenprogrammen zu stärken und zu monetarisieren. Diese Schlussfolgerungen zieht der Digitalradio Deutschland e.V. aus der vorgelegten Studie „Zukunft des Hörfunks in Nordrhein-Westfalen 2028“, die die Landesanstalt für Medien NRW (LFM) vorgelegt hat.

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Zuletzt aktualisiert am 25. Juli 2021 um 01:30 . Die Preise können sich zwischenzeitlich geändert haben. Alle Angaben ohne Gewähr.

67 Prozent Marktanteil für digitales Hören

Bis 2028 wird UKW laut der Studie stark an Marktanteilen zugunsten des digitalen Hörens verlieren: Selbst in einem konservativ gerechneten Modell sinkt der UKW-Marktanteil in den nächsten zehn Jahren von 88 Prozent auf 38 Prozent.

Willi Schreiner, stellvertretender Vorsitzender des Vereins Digitalradio Deutschland: „Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, auch in NRW engagiert in die DAB+ Programmvielfalt zu investieren. Gerade mit Blick auf die vielen wertvollen Lokalprogramme kommen deren Betreiber nicht an der Digitalisierung des terrestrischen Hörfunks vorbei, wenn sie auch in Zukunft relevant bleiben wollen.“

Medienanstalt NRW startet DAB+ Bedarfsabfrage

In unmittelbarer zeitlicher Nähe zur Veröffentlichung der Studie kündigte die LFM einen „Call for Interest“ für DAB+ an. Hierdurch soll der konkrete Bedarf für Übertragungskapazitäten in NRW festgestellt werden.

Hörfunkveranstalter sind aufgefordert, ihr Interesse an einer DAB+ Verbreitung vom 1. Oktober bis zum 29. Oktober mitzuteilen. Angebote mit NRW-Bezug sind dabei besonders willkommen.

Politik in der Pflicht

Der Verein Digitalradio Deutschland erwartet, dass Bund und Länder den Verbreitungsweg DAB+ durch gezielte Maßnahmen stärken, etwa durch Anpassung der Regelungen zur Interoperabilität im Telekommunikationsgesetz, wonach alle künftig in Deutschland verkauften Radios mit einer digitalen Schnittstelle, z.B. für den Empfang von DAB+, ausgeliefert werden sollten.

Programmvielfalt als Treiber der Digitalisierung

Im Zusammenspiel mit einer guten Netzabdeckung und großen Programmvielfalt führen entsprechende politische Rahmenbedingungen zu einem weit höheren Marktanteil von DAB+ als derzeit in Nordrhein-Westfalen, wie die Ergebnisse des Digitalisierungsberichtes 2018 der Landesmedienanstalten zeigen. Hörerinnen und Hörer profitieren in jedem Fall von der neuen Vielfalt, egal ob sie exklusive DAB+ Programme einschalten oder Anbieter hören, die ihre Programme neben UKW zusätzlich digital verbreiten.

Aktuell sind bereits über 200 regional unterschiedliche DAB+ Programme in Deutschland verfügbar.

Radio-Quizz

Testen Sie Ihr Radio-Wissen in fünf Fragen.

Results

#1. Bei welchem Radiosender sammelte RTL-Moderator Günther Jauch seine Erfahrungen? ? Moderator Günther Jauch Foto: TVNOW / Stefan Gregorowius

Seine journalistische Laufbahn begann Günther Jauch 1975 als freier Mitarbeiter beim RIAS Berlin Sportfunk. 1977 wechselte er in die Sportredaktion des Bayerischen Rundfunks (BR). Später war er als „Zeitfunk“-Redakteur und Hörfunk-Korrespondent des BR in Bonn tätig. Ab Juli 1985 arbeitete er mit Thomas Gottschalk für die „B3-Radioshow“, die damals neu auf Sendung ging. Jauch bearbeitete den journalistischen Teil der Sendung, Gottschalk war für das musikalische Programm zuständig. Foto: TVNOW / Stefan Gregorowius

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#2. Ab welchem Datum müssen Neuwagen mit einem DAB+ Autoradio ausgestattet sein? ? Mit der Digitalradiopflicht setzt Deutschland EU-Recht um.

Ab dem 21. Dezember 2020 müssen Radios in Neuwagen grundsätzlich den Empfang und die Wiedergabe von digital-terrestrischem Radio, also DAB , ermöglichen. Auch für stationäre Radiogeräte mit Display gilt künftig die Digitalradio-Pflicht. Damit wurde EU-Recht in nationales Recht umgesetzt.

#3. Unter welchem Namen fungiert das Digitalradio in den USA?

HD Radio ist der Markenname der US-amerikanischen Firma ibiquity für ein proprietäres
OFDM-Übertragungssystem mit der Bezeichnung In-band-on-channel (IBOC). HD Radio kann
im Langwellen-/Mittelwellen-Bereich (AM IBOC) und im UKW-Bereich (FM IBOC) zusätzlich
zu einem inhärent verbundenen analogen Signal (AM bzw. FM) im „hybrid mode“ oder als
eigenständiges digitales Signal im „digital only mode“ eingesetzt werden und ist bei der ITU
standardisiert.

#4. Welcher Radiosender hat seine UKW-Frequenzen wegen DAB+ zurückgegeben?

Ulrich Kubak, Vorstand und Mehrheitsaktionär der Klassik Radio AG, setzt auf die Entwicklung starker, webbasierte Streaming-Dienste und auf die bundesweite Ausstrahlung über den digitalen Radiostandard DAB und hat zum 1. September 2015 22 UKW-Frequenzen im ganzen Bundesgebiet abgeschaltet.

#5. Welcher Radiosender für Dance und EDM kann in ganz Deutschland über DAB+ empfangen werden?

Radio sunshine live – electronic music radio ist DIE Plattform für elektronische Musik in Deutschland. Der bundesweit ausstrahlende Sender wird seit 2011 im Kanal 5C verbreitet.

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