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EBU veröffentlicht Digital Radio Report: 369 digital-only Programme in Europa

Zuletzt aktualisiert am 8. Juni 2017 um 7:53

Der Media Intelligence Service der Europäischen Rundfunkunion (EBU) veröffentlichte gestern den „Digital Radio 2017 report“. Es handelt sich um die zweite Auflage eines jährlich erscheinenden Berichts, der die wesentlichen Errungenschaften des vorherigen Jahres beim Fortschritt des Digitalradios DAB / DAB+ abbilden soll.

In dem Bericht wird die Notwendigkeit unterstrichen, dass alle Interessensgruppen zusammenarbeiten müssen, um den Erfolg bei der Implementierung von Digitalradio sicherzustellen.

Erstmalig zeigt der Bericht ein komplettes Bild des digitalen Rundfunkangebots in ganz Europa auf und veröffentlicht die Anzahl der kommerziellen und öffentlichen Sender, die im Digitalradio vertreten sind.

So verbreiten mit Stand Januar 2017 bereits 1.206 Stationen ihr Programm im Digitalradio. Das Angebot an privaten Stationen liegt mit 846 Programmen vor den Öffentlich-Rechtlichen, die mit 360 Programmen vertreten sind. Interessant ist auch die Zahl der Programme, die ausschließlich digital senden: 369 „digital-only“ (rund 31 %) fördern den Erfolg des Digitalradios.

Dies betont auch Dr. David Fernandez Quijada, Senior Media Analyst beim Media Intelligence Service der EBU: Für das Wachstum des digitalen Radios sei es wichtig, dass die Rundfunkveranstalter nicht nur die vorhandenen analogen Dienste parallel übertragen, sondern einen Mehrwert schaffen, indem sie auch etwas Neues bieten.

Der Bericht bildet außerdem den aktuellen Stand der Dinge in den jeweiligen Ländern ab. In Deutschland, wo das Digitalradio im Jahr 2011 eingeführt wurde, verbreiten nunmehr 161 Sender ihr Programm im DAB+ Standard. 25 % der Programme senden ausschließlich digital. In 2016 sind dabei vor allem Schlagerwellen hinzugekommen. Von den 161 Programmen werden 92 von privaten Veranstaltern verbreitet. Dass Deutschland gute Vorschritte beim Digitalradio macht, zeigt die Ausschreibung eines zweiten bundesweiten Multiplex, der im Dezember 2016 auf dem Weg gebracht wurde, heißt es in dem Bericht. 13 % der Deutschen besitzen bereits ein Digitalradio. 21 % der Neuwagen sind mit einem DAB+ Radio ausgestattet.

Senioren als neue Zielgruppe erschlossen

Die Sender haben ihren Fokus bei lokaler und regionaler Berichterstattung. Eine fast vergessene Zielgruppe, die Senioren, sind eine neue Triebkraft für das Digitalradio geworden. In den vergangenen Jahren wurden neue digitale Programme lanciert, die diese Zielgruppe nun bedienen, nachdem analoge Stationen diese Formate aus ihren Programmen verbannt hatten. In Deutschland starteten in den vergangenen Jahren zahlreiche Schlagerprogramme im Digitalradio DAB+, z.B. Schlagerparadies, MDR Schlagerwelt und NDR Plus. In Norwegen erreicht die Station „NRK P1+“ Senioren; in der Schweiz der Sender „Radio SRF MusikWelle“ und in Dänemark das Programm „DR P5“.

Die Sender sind dabei sehr erfolgreich. So landete der fünfte öffentlich-rechtliche Radiosender Dänemarks, DR P5, mit seinem Programm aus Talk und Oldies im Jahr 2016 erstmals auf Platz 4 der am meisten gehörten Programme Dänemarks. DR P5 wird ausschließlich digital verbreitet.

Verkaufsstopp von rein analogen Radios gefordert

Der Bericht erschien anlässlich der Digital Radio Week, die derzeit in Genf abgehalten wird.
In Rahmen der Veranstaltung wiederholte WorldDAB‐Präsident Patrick Hannon auch seine Forderung, dass es europaweit an der Zeit sei, den Verkauf von Radios zu stoppen, die ausschließlich Analog empfangen.

An die Radiomacher adressierte er: Die Marktentwicklung in Großbritannien habe gezeigt, dass es ein größeres Risiko sei, bei Digitalradio DAB nicht mitzumachen. Dies ließe die Tür für Neueinsteiger offen. Die Angst vor Konkurrenz sei übertrieben: Die etablierten Größen Global und Bauer seien mit 35 % Marktanteil die Gewinner in der Branche.

Der Bericht kann unter https://www.ebu.ch/files/live/sites/ebu/files/Publications/EBU-MIS%20-%20Digital%20Radio%20Report%202017.pdf abgerufen werden.

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