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Deutschlandradio will UKW-Verbreitung schrittweise reduzieren

Zuletzt aktualisiert am 12. September 2018 um 7:30

Schon im Herbst d.J. plant das Deutschlandradio in zwei bisherigen UKW-Versorgungsgebieten, den Verbreitungsweg auf eine digital-terrestrische Verbreitung umzustellen. Von der UKW-Abschaltung betroffen sind die Versorgungsgebiete im bayerischen Mittenwald und auf Deutschlands einziger Hochseeinsel, Helgoland.

Während dort die zwei UKW- Hörfunkprogramme des Deutschlandradio, Deutschlandfunk und Deutschlandfunk Kultur, nicht mehr über die veraltete UKW-Technik zu empfangen sind, erwartet die Hörer über den Nachfolgestandard DAB+, nicht nur eine bessere und rauschfreie Qualität dieser Programme, sondern auch zwei weitere Programme, die ausschließlich digital zu empfangen sind.


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Gemeint sind die Jugendwelle der öffentlich-rechtlichen Anstalt, Deutschlandfunk Nova, und der Sonderkanal „Dokumente und Debatten. Das junge Infoprogramm, Dlf Nova, bietet gut recherchierte Inhalte und anspruchsvolle Popmusik jenseits des Mainstream und versorgt die Hörer mit verständlichen Nachrichten und Moderation auf Augenhöhe. Der Sonderkanal „Dokumente und Debatten“ überträgt zahlreiche Sondersendungen wie Bundestagsdebatten und Diskussionsrunden von ARD und ZDF, z.B. der Presseclub, Maybritt Illner und Anne Will.

Dr. Chris Weck, Hauptabteilungsleiter Technik und Infrastruktur bei Deutschlandradio, begründet den Schritt mit der Überlegenheit von DAB+ gegenüber UKW:

 „Digitalradio DAB+ ist nicht nur leistungsfähiger, sondern wegen der effizienten, stromsparenden Nutzung der verfügbaren Frequenzen auch kostengünstiger und umweltfreundlicher. Bereits heute können die Deuschlandradio-Programme über DAB+ in 94 Prozent der Fläche und auf 98 Prozent der Autobahnkilometer mobil empfangen werden. Digitalradio-Hörerinnen und Hörer profitieren von dem rauschreien Empfang quer durch die Bundesrepublik, dem klaren Klang und einer insgesamt größeren Programmvielfalt sowie wertvollen, auch multimedialen Zusatzdiensten.“

UKW-Ausstieg ab dem Jahr 2021

Die Anstalt plant, ab dem Jahr 20121 sukzessive die UKW-Ausstrahlung zu reduzieren und weitere UKW-Sender außer Betrieb zu nehmen. Als Ziel strebt Deutschlandradio an, nach 2025 den vollständigen Umstieg auf das digital-terrestrische Radio abzuschließen.

Alle öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten müssen Ihren Finanzbedarf von der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) anmelden und überprüfen lassen. Im 20. Bericht hatte die Kommission ein Modell entwickelt, bei dem die anerkannten Beträge für die Hörfunk-Verbreitung per UKW und DAB+ gemeinsam betrachtet und die Summe dieser Kosten graduell vermindert wird. Ziel dieses Modells ist es, dass ab 2029 nur noch die Verbreitungskosten für DAB+ anerkannt werden, die nach Schätzung der ARD ausweislich der Anmeldung zum 21. Bericht ca. 80 Prozent der Kosten der UKW-Verbreitung betragen werden.

Diese Maßnahme zwingt ARD und Deutschlandradio, sukzessive aus der UKW-Verbreitung auszusteigen. Gelingt dies nicht, müsste sie ab 2029 aus den Mitteln, die für DAB+ Verbreitung vorgesehen wären, das UKW-Sendernetz finanzieren und ein Großteil der UKW-Sender abschalten.

Der Schritt, den Deutschlandradio jetzt vollzieht ist also nur folgerichtig und möglicherweise nur der Anfang weiterer Ankündigungen öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten, die die teure UKW-Ausstrahlung ihrer Wellen beenden müssen.