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DAB+ wird in Österreich schneller ausgebaut als geplant

Zuletzt aktualisiert am 25. September 2019 um 20:17

Durch eine raschere Fertigstellung der Ausbauarbeiten durch die ORS kann die zweite DAB+ Rollout Phase in Westösterreich am 11. Dezember 2019 vorzeitig in Betrieb gehen. Aufgrund der positiven Entwicklung des Digitalradios fordert der Verein Digitalradio Österreich eine Überprüfung, ob der ORF seinen Versorgungsauftrag ohne die Beteiligung an DAB+ noch erfüllen kann.

Mit großer Freude nehmen die Digitalradios die vorgezogene Inbetriebnahme der zweiten Phase des bundesweiten MUX, die erst für Ende März 2020 geplant war, durch die ORS zur Kenntnis. Diese Ausbaustufe wird deutlich vor Weihnachten, am 11. Dezember dieses Jahres, fertig sein und die Sendeanlagen Innsbruck-Patscherkofel, Salzburg-Gaisberg und St. Pölten-Jauerling umfassen. Mit der Schließung der Versorgungslücke auf der Weststrecke sind bis zu 75 % der österreichischen Einwohner mit DAB+ Empfang versorgt.

„Wir können damit dem Elektrofachhandel für das heurige Weihnachtsgeschäft ein weiteres attraktives Argument für den Vertrieb von DAB+-Endgeräten bieten“,

sagte Wolfgang Struber, Vorsitzender des Vereins Digitalradio Österreich und Geschäftsführer von Radio Arabella, am Rande einer Veranstaltung vor den Medientagen.

DAB+ auch in Österreich mit viel Rückenwind

Insgesamt freut man sich bei den Digitalradios über den gelungenen DAB+-Start in Österreich, denn die Branche verspürt weiterhin viel Rückenwind. Nicht nur der österreichische Endgerätemarkt entwickelte sich mit einem DAB+ – Geräteanteil von über 32 % zum Ende des ersten Quartals 2019 positiv. Auch Deutschland meldete laut aktuellem Digitalisierungsbericht der Medienanstalten vor kurzem einen DAB+-Zuwachs von 34 % in den Haushalten und Rekordmarken beim DAB+ Geräteabsatz.

Die neue Radiorealität ist wie bei allen Medien von der Digitalisierung getrieben

DAB+ verzeichnet als zentrale Zukunftsplattform europaweit hohe Zuwächse. Mit den hybriden Nutzungswegen DAB+/UKW und IP wird der Konsum linearer und non-linearer Programmangebote weiter zunehmen. Klar ist aber auch, dass sich DAB+ – so wie in Deutschland – als der Empfangsweg mit dem größten Zuwachs entwickelt, während UKW langfristig an Bedeutung verlieren wird. Damit ergeben sich für die flächendeckende, österreichische Versorgung mit Hörfunk einige Forderungen. Wolfgang Struber:

„Die Medienregulierungsbehörde RTR/KommAustria ist meiner Ansicht nach bereits jetzt gefordert, zu prüfen, ob die ORF-Radios den gesetzlichen Versorgungsauftrag ohne DAB+ Verbreitung überhaupt noch wahrnehmen können“.

Reine UKW-Geräte sollen auslaufen

Bezüglich der Endgeräte für den Haushalt spricht sich Digitalradio Österreich dafür aus, dass der entsprechende Empfangschip standardgemäß eingebaut werden muss, sodass reine UKW-Geräte in absehbarer Zeit am Markt nicht mehr erhältlich sind. In diesem Zusammenhang appelliert Struber auch an den – in Kürze neugewählten – Gesetzgeber, den European Electronics Communication Code (ECC) zeitnahe in nationales Recht umzusetzen und neben der UKW auch die DAB+ Empfangsmöglichkeit – sowie ab 2020 in Neuwagen – in allen neuen Radioendgeräten verpflichtend vorzuschreiben.

Neuer Übertragungsstandard 5G Broadcast rückt Radioanbieter ins Zentrum von 5G

Weiteren regulatorischen Bedarf sieht der Verein Digitalradio Österreich auch im Zusammenhang mit dem neuen Übertragungsstandard 5G Broadcasting, da dieser freies Broadcasting ohne Datenverbrauch über 5G ermöglicht.

„Kostenloser digitaler linearer Rundfunk ohne Zwischenhändler zwischen Rundfunkanstalten und Hörern ist ein wichtiges künftiges Medienthema. Hier muss der Gesetzgeber seine Verantwortung gegenüber dem Bürger wahrnehmen und darf nicht die Telekommunikationsunternehmen, die an jedem Bit & Byte verdienen wollen, die Spielregeln überlassen. Denn sonst müssen am Ende des Tages die Bürger die Rechnung dafür zahlen“,

warnt Alexander Wagner, Geschäftsführer von ENERGY ÖSTERREICH, abschließend.

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