Skip to main content

DAB+ in Österreich: Ausschreibung für Digitalradio-Multiplexe gestartet

Zuletzt aktualisiert am 8. Juni 2017 um 8:00

​Während Digitalradio DAB+ in Deutschland angekommen ist und sich mehr und mehr als bevorzugter Weg zum Radioempfang entwickelt, sieht es bei unseren Nachbarn in Österreich noch mau aus. Bislang können die Österreicher Digitalradio lediglich in Wien empfangen, ein Pilotprojekt mit 15 Programmen läuft in der Hauptstadt seit zwei Jahren.

Mit den heutigen Ausschreibungen der KommAustria könnte sich dieser Zustand bereits im kommenden Jahr ändern. Ausgeschrieben werden Zulassungen zur Errichtung und zum Betrieb eines bundesweiten Multiplex sowie von lokalen oder regionalen Multiplex-Plattformen.


NOXON NOVA M tragbares Digitalradio

149,99 € 399,99 €

inkl. 19% USt.*
Stift. Warentest 07/2018: DAB+ Empfang "sehr gut"
Pure Elan BT3 tragbares Digitalradio

99,99 €

inkl. 19% USt.*
erstes Digitalradio mit Amazon Alexa
Majority Newton Alexa Lautsprecher und Digitalradio

39,95 €

inkl. 19% USt.*

Die Ausschreibung richtet sich an Sendetechnik-Unternehmen, die einen bundesweiten oder regionalen Plattformbetrieb in Österreich technisch umsetzen möchten. Das bedeutet, dass die Antragsteller ihren Unterlagen mögliche Absichtserklärungen oder Vorvereinbarungen von interessieren Hörfunkveranstaltern bereits beilegen müssen.

Am 12. Juni 2017 endet die Abgabefrist bei der Medienbehörde, dich sich im Anschluss ein halbes Jahr Zeit nimmt, um ihre Entscheidung zu treffen. Sollten die potentiellen Multiplex-Betreiber mehr Interessenten gewinnen, als an Kapazität ausgeschrieben ist, behält sich die Medienbehörde die Ausschreibung einer zweiten bundesweiten Multiplex-Plattform vor.

Konkrete Vorstellungen hat die KommAustria auch, was den Versorgunggrad der Bevölkerung mit Digitalradio angeht: Innerhalb eines Jahres sollen 50 Prozent der Bevölkerung mit DAB+ versorgt werden, nach drei Jahren mindestens 75 Prozent. Außerdem fordert die Medienbehörde, dass der Antragsteller ein Konzept ausarbeitet, wie im Handel ein breites Angebot an Endgeräten erhältlich sein soll. Ebenso müssen die Interessenten der Behörde ihre Ideen vortragen, wie die Öffentlichkeit über das Digitalradio informiert werden soll.

Bedarfsabfrage gab Anstoß zur Ausschreibung

Sein Interesse an einer bundesweiten Verbreitung hat auch Radio Technikum bekundet.

Sein Interesse an einer bundesweiten Verbreitung hat auch Radio Technikum bekundet.

Anfang vergangenen Jahres hatte die Medienbehörde KommAustria den österreichweiten Bedarf für Digitalradio abgefragt. Danach hatten sich ausreichend Interessenten gefunden, um eine Ausschreibung zu veranlassen.

Zu den Interessenten auf nationaler Ebene gehören: Soundportal Graz GmbH, Radio Arabella GmbH, Welle Salzburg GmbH, Radio Eins Privatradio GmbH, RTG Radio Technikum GmbH, HEROLD Business Data GmbH (Herold relax), On Air GmbH (Südtirol 1), Radio Television Tirol GmbH (Radio Tirol), S.R.L. Freier Rundfunk Oberösterreich und die Vorarlberger Regionalradio GmbH

Bundesweites Interesse haben die Veranstalter Webradio Allelon, N&C Privatradio Betriebs GmbH (Radio Energy), ERF Medien Österreich GmbH (NOW Radio und ERF Plus Österreich), RTG Radio Technikum GmbH, Radio Eins Privatradio GmbH, Arbö, Stiftung Radio Stephansdom, Livetunes Network GmbH, Radio Maria Österreich, Soundportal Graz GmbH, Radio Arabella GmbH, Radio LoungeFM und die Welle Salzburg GmbH bekundet.

Mit mein Kinderradio Ltd, Mega Radio Austria, Radio Helsinki und der FH Wien haben vier weitere Teilnehmer ihr grundsätzliches Interesse an einer digital terrestrischen Verbreitung bekundet. Außerdem können sich einzelne Veranstalter vorstellen, mehrere Programme zu verbreiten und auch gänzlich neue Programme zu lancieren.

ORF trotz Ablehnung im Tirol?

Interessierten Programmveranstaltern könnten insgesamt 3 Millionen Euro zur Unterstützung von DAB+ zur Verfügung gestellt werden, stellte Dr. Alfred Grinschgl, Geschäftsführer des Fachbereichs Medien der RTR, in Aussicht.

Trotzdem reagieren der Österreichische Rundfunk (ORF) und das österreichweite Privatradio KRONEHIT ablehnend und wollen bei der Einführung von Digitalradio DAB+ nicht mitmachen. Der ORF begründet seine Entscheidung mit der fehlenden weltweiten Durchdringung von DAB+ und sieht alternative Verbreitungswege wie DVB-T2 als geeigneter an. Einen möglichen Erfolg von DAB+ würde sich die Rundfunkanstalt dann versprechend, wenn sie selbst neue öffentlich-rechtliche Hörfunkprogramme veranstalten dürfte.

Gernot Fischer, Geschäftsführer des Vereins Digitalradio Österreich, sieht die Absage der Big Player gelassen: „Wir sind mittlerweile so emanzipiert, wir schaffen es auch ohne ORF und KRONEHIT“, äußerte er sich in einem Interview gegenüber dem Magazin „Radioszene“.

Spannend dürfte allerdings die Absicht der Rundfunkanstalt RAS sein, die von ihr in Südtirol und Teilen des Trentino über Digitalradio abgestrahlten 21 Digitalradio-Programme in der gesamten Europaregion Tirol – und damit auch im Bundesland Tirol – abstrahlen zu wollen. Darunter befinden sich auch die Radioprogramme des ORF. Käme die RAS als regionaler Betreiber zum Zug, wären zumindest im Bundesland Tirol die Programme des ORF auch digital empfangbar.