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DAB+ erreicht werberelevante Reichweite

Beim Update der Media Analyse Radio (kurz ma 2017 Radio II Update), die von der Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse (AGMA) veröffentlicht wurde, konnte erstmals die DAB+ Radiokombi Deutschland mit relevanten Zahlen punkten.

Die Kombi umfasst die privaten Programme Schlagerparadies, Absolut relax, Absolut HOT, Kultradio, lulu.fm und Schwarzwaldradio. Diese neue Kombi konnte respektable 1.202.000 Hörer pro Tag und 92.000 Hörer in der Durchschnittsstunde erreichen.

Insgesamt hören über 11 Mio. Deutsche Radio bereits über ihren neuen Digitalradioweg DAB+.

„Damit sind die relevanten Reichweiten jetzt bereits erzielt worden. Es verwundert deshalb, wenn ein Radioverbandsvertreter in einem Interview noch vor kurzem auf die Frage ‚Sind die aktuellen DAB+ Reichweiten für Private nun endlich auch vermarktbar?‘ mit einem klaren “Nein” antwortet.“ , kommentiert Willi Schreiner, Geschäftsführer der DRD Digitalradio Deutschland GmbH die Zahlen und bezieht sich auf ein Interview mit Felix Kovac, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Privater Rundfunk (APR), das auf der Seite meinungsbarometer.info im September veröffentlich wurde.

Schreiner hält dagegen: „Der “Point-of-no-Return”, wie es auch der VPRT in seinem “Vier-Punkte-Plan zur Hörfunkmigration” formuliert, ist bereits überschritten. Jeder Radioanbieter muss selbst entscheiden, ob er (nicht) dabei sein will.“

Auch die Hersteller der DAB+ Empfänger sehen die Entwicklung des Digitalradios in Deutschland auf einem gutem Weg.  Der britische Hersteller Pure beispielsweise sieht in den Zahlen ein weiteres starkes Signal, dass Deutschland europäischen Musterländern in Sachen Digitalradio wie Norwegen und Großbritannien langsam aber sicher folgt.

„Die Qualität und die Vielfalt von digitalem Radioempfang sprechen sich nun auch in Deutschland herum. Zudem sind in einigen Ballungszentren die UKW-Frequenzen so eng belegt, dass das Digitalradio als Lösung praktisch alternativlos ist. Entsprechend steigen die Reichweiten, die auch für Werbekunden wichtig sind, und die wiederum für die Finanzierung des Digitalradios unerlässlich sind“, erklärt Nadja Miller, Countrymanagerin von Pure in Deutschland.

„Ein besonders großer Markt, der noch Luft nach oben hat, sind die Radiohörer, die mit dem Auto unterwegs sind.“

Gerade hier hat das Digitalradio noch Nachholbedarf. Die Gründe dafür sind vielschichtig. Zum einen verlangen die PKW-Hersteller für Digitalradios häufig noch saftige Preisaufschläge. Zum anderen werden die PKW auf deutschen Straßen immer älter. Laut Kraftfahrbundesamt beträgt das Durchschnittsalter der Fahrzeuge über 9 Jahre. Der Automobilclub Deutschland meldet zudem, dass der Anteil der PKW über 15 Jahre in jüngster Zeit gestiegen ist – und das trotz der Abwrackprämie im Jahr 2009.

„Der Dieselskandal in Deutschland verunsichert die Autofahrer zudem. Die Anschaffung neuer Fahrzeuge wird zurückgestellt, wodurch mehr alte PKW mit veralteten UKW-Radios unterwegs sind“, folgert Nadja Miller.

„Ich sehe deshalb mittelfristig einen steigenden Bedarf an Nachrüstadaptern, die alte Radios in die Lage versetzen auch Digitalradio zu empfangen.“

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