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Bundesregierung fördert Digitalisierung des Hörfunks

Zuletzt aktualisiert am 8. Juni 2017 um 7:46

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) hat einen Entwurf zur Anpassung des § 48 Telekommunikationsgesetz (TKG) erarbeitet. Ziel der gesetzlichen Regelung ist es, die Digitalisierung des Hörfunks zu fördern.

Der Entwurf greift den Wunsch der Länder auf, die Digitalisierung des Hörfunks durch die Interoperabilität von Radioempfangsgeräten zu fördern. Diese Regelung gab es bislang nur für Fernsehgeräte.

Mit der Ergänzung des § 48 TKG um zwei weitere Absätze soll erreicht werden, dass Radioempfänger, die mindestens mit einem Display ausgestattet sind, nur noch gehandelt werden dürfen, wenn diese zum Empfang „normgerechter digitaler Signale“ geeignet sind.

Konkret sollen künftig höherwertige Radioempfangsgeräte mit einer Schnittstelle ausgestaltet sein, die zum Empfang digitalisierter Inhalte geeignet ist. Diese Schnittstelle muss den allgemein anerkannten Regeln der Technik entsprechen. Dabei kann es sich um eine beliebige Luftschnittstelle handeln.

Nach diesem Entwurf wäre es weiterhin möglich, Empfänger zu handeln, die Radioprogramme lediglich nur über UKW empfangen können, aber z.B. über eine Bluetooth- oder AUX-Schnittstelle verfügen.

Bei einer kurzen Stichprobe auf dem Vergleichsportal idealo zeigte sich, dass diese Schnittstellen (Bluetooth oder AUX) bei über 60 % der angebotenen Empfänger bereits jetzt vorhanden sind. Von den über 3.600 gelisteten Radios verfügen hingegen nur ein Drittel über einen DAB+ Tuner.

Sollte das Gesetz wie geplant in Kraft treten, dürfte nur eine geringe Anzahl von Geräten nicht mehr im Handel erhältlich sein.

Um die Digitalisierung des Hörfunks zu unterstützen, wäre aus unserer Sicht eine Hybridchip-Pflicht für DAB+ und UKW sinnvoll gewesen. Der im letzten Jahr unternommene Versuch, das Telekommunikationsgesetz dahingehend zu ändern, scheiterte jedoch am Willen der Bundesregierung.

Bereits jetzt raten Verbraucherschützer, beim Kauf eines neuen Radios auf den Zusatz DAB+ zu achten. Dieser Ratschlag wird bekräftigt durch die Meinung vieler Fachleute, die die Zukunft des Radios in DAB+ sehen. So ist Gerd Penninger, Studioleiter der Absolut Digital GmbH & Co. KG, davon überzeugt, dass der der digitale Rundfunk den Standard DAB+ braucht. Gegenüber dem Portal Meinungsbarometer.info äußerte er: “Der digitale Rundfunk benötigt eine digitale Terrestrik, davon sind wir fest überzeugt. Hier ist die Übertragungstechnik DAB+ schon aus Kostengründen die erste Wahl. Auch die Unterstützung der ARD, die Digitalradio mit enormer Macht fortentwickelt, macht eine Umkehr zu UKW  zum jetzigen Zeitpunkt längst unmöglich. Wir stehen mit unseren Digitalradiosendern Absolut relax und Absolut HOT bereits mitten im Geschehen und glauben an eine Hybrid-Lösung für das Radio: Endgeräte, die sich – je nach Empfangslage – stets den besten Übertragungsweg selbst suchen, also sowohl internet- als auch DAB+ fähig sind.”

Auch Valerie Weber, WDR-Hörfunkdirektorin, vermutet, dass die terrestrische Verbreitung noch über die nächsten zehn Jahre hinweg der Hauptverbreitungsweg bleiben wird. Sie geht davon aus, “dass sich die Nutzung zunehmend von UKW auf DAB+ verlagern wird”.

Mit der angestrebten Anpassung des Telekommunikationsgesetz liegt die Verantwortung, ein zukunftsfähiges Radio zu erwerben, also weiterhin beim Verbraucher.

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