ARD-Anstalten bauen DAB+ im nächsten Jahr weiter aus

DAB+

Damit die Hörerinnen und Hörer den neuen Rundfunk-Standard DAB+ noch besser empfangen können, nehmen die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten beginnend ab dem nächsten Jahr zahlreiche neue Senderstandorte in Betrieb und erhöhen die Sendeleistung an den vorhanden Standorten.

Westdeutscher Rundfunk will von 37 Senderstandorten senden

So will der Westdeutsche Rundfunk (WDR) den digitalen Radioempfang unter anderem mit der Anmietung neuer Senderstandorte verbessern. Nach Angaben aus dem Haushaltsplan werden an zwei Senderstandorten des WDR erstmals DAB+ Sender errichtet. An fünf bestehenden Sendern soll eine Leistungserhöhung erfolgen. Mit der Inbetriebnahme von 13 Fremdstandorten erhöht der WDR die Anzahl der DAB+ Sender bis Ende 2020 von 22 auf insgesamt 37 Standorten.

Die öffentlich-rechtliche Anstalt begründet den konsequenten Ausbau mit der von der ARD angestrebten Hybridstrategie, bei der der Radioempfang über das Internet um den Empfang von Radiosendern über die digitale Antenne ergänzt wird.

Bayerischer Rundfunk plant offenbar Leistungserhöhungen

Aus den am 16. Dezember 2019 veröffentlichten Planungsdaten der Bundesnetzagentur (BNetzA) ist erkennbar, dass an den Sender-Standorten des Bayerischen Rundfunks (BR) massive DAB+ Leistungserhöhungen geplant sind.

So soll der Sender Alzenau, der das Ensemble “Unterfranken” verbreitet, zukünftig mit 16 kW statt bislang 6 kW senden. Am Standort Bamberg – dort wird das Ensemble “Oberfranken” ausgestrahlt – soll eine Leistungserhöhung auf 32 kW vorgenommen werden.

Bereits am 13. Dezember d.J. hatte der BR eine Verbesserung des landesweit empfangbaren Kanals 11D und der Regionalangebote vorgenommen. Dafür wurden drei neue Sendeanlagen in Betrieb genommen.

Der Sender Dettelbach verbessert den Empfang der Kanäle 10 A (Unterfranken) und Bayern 11D in den Gemeinden Albertshofen, Buchbrunn, Kitzingen, Mainstockheim, Schwarzbach am Main und Sommerach. Vom Senderstandort Kulmbach wurde der Empfang des Ensemble Oberfranken (Kanal 10 B) und Bayern 11D in Himmelkron, Ködnitz, Ludwigschorgast, Mainleus, Neudrossenfeld, Neuenmarkt, Thurnau, Untersteinach und Wirsberg verbessert. Der Sender Kelheim bringt den landesweiten Kanal Bayern 11D nach Bad Abbach, Essing, Kelheim und Saal an der Donau. Die Aufschaltung des Regionalensembles erfolgt zu einem späteren Zeitpunkt.

Voraussichtlich am 20. Dezember 2019 soll der Sender Weißenburg in Betrieb gehen. Von dort aus wird das Ensemble Mittelfranken (8C) und Bayern 11 in den Gemeinden Absberg, Alesheim, Dittenheim, Ellingen, Ettenstadt, Höttingen, Markt Berolzheim, Meinheim, Pfofeld, Pleinfeld, Theilenhofen und Weißenburg in Bayern zu hören sein.

Die Hörerinnen und Hörer können mit einem Digitalradio unter anderem die beliebte Blas- und Volksmusikwelle BR Heimat empfangen. Das Programm hat sich innerhalb kürzester Zeit zum erfolgreichsten Digitalprogramm des BR entwickelt.

Norddeutscher Rundfunk plant zwölf weitere DAB+ Standorte

Auch im Norden geht der Ausbau von DAB+ weiter voran. Der Norddeutsche Rundfunk (NDR) plant, bis Ende nächsten Jahres zwölf weitere Senderstandorte in Betrieb zu nehmen.

Vorbehaltlich der notwendigen Genehmigungsverfahren hat der NDR im ersten Halbjahr 2020 den Ausbau in den Regionen Cuxhaven, Nordholz, Land Hadeln, Süddithmarschen, Wilstermarsch, Nordheide und Klützer Winkel geplant.

Im zweiten Halbjahr 2020 ist eine Verbesserung des digitalen Radioempfangs in den Regionen Wendland, Herzogtum Lauenburg, Uecker Randow, nördliches Emsland und Einbeck geplant.

Die lange geplante Regionalisierung der NDR1-Landesprogramme soll im Sommer 2020 erfolgen. Bislang können die Hörerinnen und Hörer im digital-terrestrischen Radio nur die Regionalvariante aus der jeweiligen Landeshauptstadt empfangen.

DAB+ taugliches Radios kosten nicht viel

Ein DAB+ taugliches Radio kostet nicht viel und ist im Fachhandel oder Online schon ab etwa 30 Euro erhältlich. Neben der besseren und rauschfreien Klanqualität können über DAB+ auch multimediale Zusatzdienste wie Verkehrsdaten, Interpreten- und Musiktitel sowie Bilder übertragen. Ein Internetanschluss ist nicht erforderlich, da das Radio das DAB+ Signal über Funk empfängt.

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