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Ist der UKW-Empfang nicht ausreichend? Warum sollte ich beim Kauf eines neuen Radios auf DAB+ achten?

Zuletzt aktualisiert am 13. Juli 2019 um 20:32

Für viele mag der UKW-Empfang ausreichend sein und der Aufpreis für einen DAB+ Tuner nicht gerechtfertigt erscheinen. Allerdings ist bereits jetzt das zeitliche Ende der UKW-Verbreitung absehbar:

Die Digitalisierung wird auch vor dem Radio nicht halt machen. Der jüngste Digitalisierungsbericht 2016 der Medienanstalten legt dar, dass die Nutzung von DAB+ weiter steigt. Für die Rundfunkveranstalter sind die Verbreitungskosten über DAB+ deutlich geringer. Wenn sich DAB+ erfolgreich durchgesetzt hat, werden manche Rundfunkveranstalter das Angebot auf UKW möglicherweise ausdünnen.

So hat der Saarländische Rundfunk bereits angekündigt, dass er prüfen wird, einige UKW-Frequenzen aus Spargründen abzuschalten. Zeitgleich kündigte die Anstalt an, das Sendernetz für DAB+ bis 2020 auszubauen. Dieser Schritt signalisiert, welcher Rundfunkstandard zukünftig Priorität besitzt.

In einigen europäischen Ländern ist die Abschaltung von UKW bereits beschlossene Sache: In Norwegen wurde bereits mit der UKW-Abschaltung begonnen. Die Rundfunkanstalt Südtirol RAS wird ebenfalls in 2017 mit der UKW-Abschaltung beginnen. Auch in Dänemark will die Regierung will über das Ausstiegsdatum beraten, sobald mehr als 50 Prozent der Bevölkerung Radio auf digitalen Wegen hört. Das könnte schon im nächsten Jahr der Fall sein.

Noch steht kein Termin für eine UKW-Abschaltung in Deutschland fest. Sicher ist allerdings, dass den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der ARD ab dem Jahr 2029 nur noch Verbreitungskosten für DAB+ zu Verfügung stehen. Das geht aus dem 20. Bericht der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) hervor und gilt ungeachtet dessen, ob eine UKW-Abschaltung vor dem Jahr 2028 gelingt.

Die Einstellung der UKW-Übertragung hängt sicher davor ab, wie schnell sich der DAB+ Gerätestandard durchsetzt. Eine dauerhafte Simulcast-Übertragung von DAB+ und UKW ist nicht finanzierbar. Ab dem Jahr 2029 stehen der ARD keine Gelder mehr für eine UKW-Übertragung zur Verfügung.

Bisherige UKW-Abschaltungen wegen DAB+

Mit der UKW-Abschaltung wurde in Deutschland bereits begonnen. Fast immer sprachen wirtschaftliche Gründe gegen das Aufrechthalten der UKW-Verbreitung einzelner Veranstalter und Frequenzen. Die Programme sind in den betroffenen Regionen weiterhin über DAB+ empfangbar.

ProgrammveranstalterFrequenz / OrtGrund
Radio/Tele FFH GmbH88,3 MHz / EschwegeWechsel auf DAB+
Radio/Tele FFH GmbH93,2 MHz / IdsteinWechsel auf DAB+
Radio/Tele FFH GmbH104,5 MHz / RotenburgWechsel auf DAB+
Deutschlandfunk91,9 MHz / MittenwaldWechsel auf DAB+
Deutschlandfunk Kultur105,2 MHz / MittenwaldWechsel auf DAB+
Deutschlandfunk107,4 MHz / HelgolandWechsel auf DAB+
Deutschlandfunk Kultur103,0 MHz / HelgolandWechsel auf DAB+
Deutschlandfunk89,3 MHz / KemptenWechsel auf DAB+
Deutschlandfunk Kultur89,8 MHz / KemptenWechsel auf DAB+
Deutschlandfunk Kultur107,9 MHz / AmbergWechsel auf DAB+
Klassik Radio 90,1 MHz / SchwerinWechsel auf DAB+
Klassik Radio 97,0 MHz / WismarWechsel auf DAB+
Klassik Radio98,9 MHz / StralsundWechsel auf DAB+
Klassik Radio100,5 MHz / Aßlar-WetzlarWechsel auf DAB+
Klassik Radio107,5 MHz / Frankfurt am MainWechsel auf DAB+
Klassik Radio88,0 MHz / GießenWechsel auf DAB+
Klassik Radio104,1 MHz / KasselWechsel auf DAB+
Klassik Radio104,9 MHz / MarburgWechsel auf DAB+
RundFunk Meißner102,6 MHz / Hessisch LichtenauZu hohe UKW- Antennenmiete und Start auf DAB+
RundFunk Meißner99,4 MHz / SontraZu hohe UKW- Antennenmiete und Start auf DAB+
M 94,594,5 / MünchenWechsel auf DAB+
Tide.Radio96,0 MHz / HamburgReduzierung der Sendeleistung und Wechsel auf DAB+

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