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Ist DAB+ nicht nur eine Brückentechnologie, bis 5G in Deutschland verfügbar ist?

Zuletzt aktualisiert am 13. Juli 2019 um 19:17

Dazu hat der ARD-Vorsitzende Ulrich Wilhelm im RBB-Medienmagazin Stellung bezogen: “DAB+ erlaubt Wachstum in der Gattung Radio und es trägt dem Umstand Rechnung, dass 5G noch in vielen Jahren keine verlässliche Übernahme von Radioangeboten ermöglicht.”

Als Intendant vertritt Wilhelm auch den Bayerischen Rundfunk, der an dem Projekt bayerischen Forschungsprojekt “5GToday” beteiligt ist.

In dem Projekt wird die Machbarkeit von „5G Broadcast“ erforscht. Auf Basis des 5G-Rundfunkmodus FeMBMS soll ein großflächiges Übertragungsnetz geschaffen werden, mit dem Rundfunkinhalte ähnlich wie bei DVB-T2 terrestrisch übertragen werden können.

In Zukunft könnte diese Technologie in Smartphones, Tablets und TV-Geräten für den Empfang von Rundfunk über 5G integriert werden. Bis etwa 2025 ist das jedoch noch Zukunftsmusik.

Weil die Rundfunkinhalte von High-Power-High-Tower (HPHT)-Sendern übertragen werden, dient der 5G-Rundfunkmodus in erster Linie zur Übertragung von Fernsehprogrammen. Zur Übertragung von Radio eignet sich 5G-Broadcast offenbar weniger.

Dr. Christian Menzel fasste Anfang 2017 seine Erkenntnisse zur Verbreitung von Radio über 5G Broadcast zusammen: 5G Broadcast erfordert großflächige Gleichwellennetze mit einem identischen Programmangebot. Das entspricht den Anforderungen des Fernsehens. Radio refinanziert sich jedoch auf regionaler und lokaler Ebene. Zudem hat der 5G-Broadcast-Modus, wie bei DAB+, keinen Rückkanal. Für diesen braucht es kleinere Funkzellen und mithin Kosten für die Investition und in den Betrieb dieser.

Ähnlich sieht das Prof. Dr.-Ing. Ulrich Reimers, Vizepräsident der TU Braunschweig für Strategische Entwicklung und Technologietransfer, Institut für Nachrichtentechnik. In einer Anhörung im Niedersächsischen Landtag führte er aus, dass eine flächendeckende Versorgung mit 5G unwirtschaftlich sei und es diese nicht geben wird. “Im Sinne einer Übertragungstechnologie, mit der es möglich ist, auch im flachen Land Radio im Auto zu empfangen, steht 5G definitiv nicht zur Verfügung.”

Die Innovationszyklen werden immer kürzer. Keiner kann heute mehr sagen, wie lange eine Technologie am Markt bestehen bleibt. DAB+ ist und bleibt für die nächsten Jahre ein europäischer Rundfunkstandard, bei dem es eine Vielzahl von Endgeräten gibt und bei dem die Frequenzen für die Übertragung ist bis mindestens Ende 2035 gesichert sind. Ein wirtschaftlicher Nachfolger von DAB+ ist derzeit nicht in Sicht.

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