Im Test: Pure StreamR

Pure StreamR
Auf der Terrasse sorgt das Pure StreamR für den passenden Sound.

Während die Radiobranche in Deutschland noch darüber debattiert, ob die Zukunft des Radios in DAB+ oder in Smartspeakern liegt, erfindet der britische Hersteller Pure einfach einen Lautsprecher, der beides kann und überlässt dem Hörer, wie er seinen Sender empfangen möchte.

Die handliche Größe des Pure StreamR lässt nicht vermuten, dass sich in dem Bluetooth-Smartspeaker auch eine Amazon Alexa, ein DAB+- und UKW-Radio befindet. Und so ist die Bedienung längst nicht so konventionell wie bei den meisten DAB+ Radios, die ich bislang getestet habe.

Der erste Unterschied macht sich bereits beim Inbetriebnehmen bemerkbar. Denn für einen leichteren und sicheren Transport kommt der Lautsprecher von Pure zunächst zusammengeschoben daher. Ein Druck auf die Mitte des Geräts holt das Display dann nach oben und nimmt den Smartspeaker so in Betrieb. Ist erstmal alles eingerichtet, kann man mit dieser Funktion des Pure StreamR das Gerät auch easy ein- und ausschalten.

Auch das Design wirkt beim Pure StreamR nicht altbacken, so wie man es von manchen DAB+ Radios gewohnt ist. Im Gegenteil: Der kompakte Smartspeaker wirkt mit seinem farbenfroh leuchtendem LED-Rand sogar ziemlich futurisitisch. So macht er auf sich aufmerksam und vermittelt seinem Gegenüber das Gefühl, dass er beschäftigt werden will.

Pure StreamR startet mit Bluetooth-Einrichtung

Statt mit einem Sendersuchlauf beginnt das Gerät mit der Einrichtung von Sprache und der Bluetooth-Kopplung. Wer sich dabei schwer tut, kann sich die dazugehörige Smartphone-App “Pure Home” herunterladen oder ein Blick ins Online-Handbuch werfen.

Da der Smartspeaker also im Bluetooth-Modus startet, mache ich mich zunächst mit dieser Funktion vertraut. Das Koppeln mit meinem Smartphone war in Sekundensache erledigt. Ich starte einige Apps und streame die Musik an das StreamR. Positiv dabei: Der wiedergegebene Titel wird im Display des Smartspeakers angezeigt – leider keine Selbstverständlichkeit. Auch das Wechseln der Titel geht über den StreamR mit der Menü- und den Pfeiltasten problemlos. Als Standard kommt Bluetooth ® 4.2 zum Einsatz.

DAB+ Empfang

Eine Teleskopantenne wird man beim StreamR vergebens suchen. Der Smartspeaker bleibt sich seiner selbst treu und verzichtet auf sperrige Elemente wie eine Teleskopantenne. Stattdessen dient das AUX-Kabel für den Empfang der Radioprogramme. An meinem Standort in Frankfurt am Main empfängt das Gerät die typischen Ensembles, auch die etwas weiter entfernten bayerischen Multiplexe. Vier meiner Lieblingsprogramme können in den Ecken der berührungsempfindlichen Oberfläche gespeichert werden. Im Test des Pure StreamR gelingt das sehr gut – ein langer Druck speichert die Stationen, ein kurzer Druck ruft sie wieder ab.

Gefallen hat mir zudem, dass das Pure StreamR auch die DLS+ Funktion unterstützt. So kann man einstellen, dass im Display z.B. ausschließlich der Name des aktuellen Songtitels dargestellt wird. Wer gänzlich auf die Programminformationen verzichten möchte, kann sich auch einfach die aktuelle Uhrzeit anzeigen lassen – sie wird aus den Ensembleinformationen automatisch übernommen.

Verzichtet hat Pure auf die Möglichkeit, Ensembles nach der Frequenz manuell einzustellen. Zwar befindet sich auf der Rückseite des StreamR eine Taste, mit der ein erneuter Suchlauf gestartet werden kann – allerdings stets über das gesamte Frequenzband. Auch die Anzeige der Signalstärke oder weitere technische Details über z.B. Audioformat und Bitrate können beim StreamR nicht abgerufen werden.

UKW-Empfang beim Pure StreamR

Alle ortsüblichen Sender konnte das Pure StreamR rauschfrei empfangen. Im Display lässt sich das RDS und optional auch der Radiotext abrufen. Wie bei den meisten UKW-Radios muss das Frequenzband manuell auf- oder abgesucht werden. Einen automatischen Suchlauf mit Senderspeicherung gibt es bei dem Smartspeaker nicht.

Amazon Alexa hört nicht von alleine mit

Die Briten haben dem Smartspeaker noch eine weitere Besonderheit verpasst. Damit grenzt sich der Smartspeaker deutlich von seiner Konkurrenz ab: Er unterstützt Amazon Alexa. So wird das Pure StreamR auch zum Internetradio, denn über diese Funktion können alle Sender des Aggregators TuneIn abgerufen werden. Darüber hinaus lassen sich aktuelle Nachrichten oder Wetter- und Verkehrsinformationen abfragen. Wenn man will, erzählt Alexa auch Witze oder gibt schlaue Auskünfte zu allen offenen Fragen die dem Benutzer einfallen.

Anders als das Amazon Echo ist der StreamR jedoch nicht im WLAN, sondern stattdessen über Bluetooth mit dem Internet verbunden. Alexa lässt sich nur dann abrufen, wenn die entspechende Bluetooth-Verbindung hergestellt und die Pure-Home-App geöffnet ist.

Ist dies der Fall, hört Alexa aber noch lange nicht automatisch mit. Für jeden Sprachbefehl muss entweder in der App oder am StreamR die entsprechende Taste gedrückt werden, bevor die Sprachaufzeichnung beginnt. Als Ersatz des Amazon Echos scheidet das StreamR damit schon aus. Diesen Zweck möchte das StreamR aber auch gar nicht erfüllen. Nein, der Smartspeaker ist für den transportablen Einsatz ausgelegt. Eben dort, wo es kein heimisches WiFi gibt: Im Garten, für eine Party bei Freunden oder auf dem Campingplatz.

Klang des Pure StreamR – brilliant und kraftvoll

Damit er diesen Zweck erfüllt, wurde der Smartspeaker mit ordentlich Power ausgestattet. Die 30 Watt Klangleistung hören sich sogar im Freien gut an. Voll aufgedreht kommt das Dezibelmeter auf 88 dB. Der Smartspeaker klingt sehr brilliant. Für meinen Geschmack hätten die Bässe etwas mehr betont werden können.

Voll aufgeladen spielt das Pure StreamR dann 15 Stunden bei mittlerer Lautstärke. Dreht man den Sound richtig auf, verkürzt sich die Akkulaufzeit entsprechend. Apropos Akku: Anders als man es bei Pure kennt, ist der Akku beim StreamR fest integriert und kann nicht selbstständig getauscht werden. In Anbetracht dessen, dass die Lebensdauer eines Akkus endlich ist, keine gute Entscheidung. Für das Laden des Akkus wird übrigens ein entsprechendes USB-Kabel mitgeliefert – einen passenden Stecker muss man sich jedoch selbst besorgen.

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